Mutmaßlicher Vorfall mit Drohne in London

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Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes für unbemannte Systeme (BUVUS) Jan Syré zum mutmaßlichen Unfall mit Drohnen-Beteiligung am Londoner Flughafen Heathrow:

„Der Vorfall am Londoner Flughafen zeigt, wie wichtig hohe Sicherheitsstandards beim Steuern von Drohnen sind. Der Bundesverband für unbemannte Systeme unterstützt deshalb die Vorhaben der Europäischen Kommission und der Bundesregierung zur Erarbeitung eines entsprechenden Anforderungskatalogs für Drohnen-Piloten.

Dabei muss auch die Nutzung von Drohnen im Freizeit-Bereich einbezogen werden. Die Verursacher von Unfällen mit Drohnen-Beteiligung sind fast ausschließlich Hobby-Piloten, während die Anwendung unbemannter Flugsysteme im gewerblichen Bereich sehr zuverlässig funktioniert.

Der Bundesverband für unbemannte Systeme hat erste Standards für die Ausbildung von Drohnenpiloten in Abstimmung mit zuständigen Behörden ausgearbeitet. Diese will unser Verband in die Entwicklung von Regelwerken für die Drohnen-Nutzung einbringen.“

Ein aus Genf kommender A320 wurde am Montag im Anflug auf den Flughafen London Heathrow von einer Drohne getroffen. Dies berichtet zumindest der Pilot. Ob dies tatsächlich der Fall war, kann lediglich eine Ermittlung der zuständigen Flugunfallkommission ans Tageslicht bringen. Die Gefahr eines Absturzes, wie sie in den letzten Tagen in der Presse behandelt wurde, ist tatsächlich vorhanden. Der Aufschlag eines Fluggerätes von bis zu 25 Kilogramm kann von einem erheblichen Schaden bis hin zum Absturz einer Maschine führen.  Mittlerweile gibt es Hinweise, dass der Pilot eventuell nur eine Plastiktüte gesehen hat. Es ist also alles ungewiss.

Dabei liegt die Gefahr nicht unbedingt nur bei absichtlich kriminellen Handlungen. Von Nutzern, die die Geräte zu Hobby- und Freizeitzwecken betreiben wollen, wird derzeit keinerlei Handlungssicherheit gefordert. Weder eine theoretische Unterweisung, noch praktische Fähigkeiten werden abgefordert, anders als bei einem Moped- oder Sportbootführerschein. Die Folge sind Fehleinschätzungen und Fehlverhalten, die auf den ersten Blick gar nicht vorsätzlich begangen werden.

Im gewerblichen oder zivilen Einsatzbereich unterscheiden sich die Vorschriften je nach Bundesland. In Hamburg zum Beispiel müssen die Nutzer ihr Können in einer kurzen praktischen Überprüfung nachweisen. Eine abgestimmte Regulierung für alle Bereiche wäre hier aus Sicht des BUVUS sinnvoll.

Der Interessenverband wird am 27. April in Hamburg eine Fachtagung gemeinsam mit dem auf IT-Technologie spezialisierten Unternehmen NXP und weiteren Partnern durchführen. Schwerpunkt sollen dort unter anderem die Themen Registrierung und Kennzeichnung sein (weitere Informationen: http://buvus.de/event/prequel-zur-uasympex2016/)

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